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Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen

Kommunalverwaltungen prägen den Alltag vieler Bürger*innen, in dem sie als demokratische Institution, Regelungsinstanz, Arbeitgeberin, Dienstleisterin und Vertragspartnerin zentrale Funktion für die Demokratie vor Ort ausüben. Im Kontakt mit kommunalen Verwaltungen entscheidet sich oft zuerst, ob staatliches Handeln als gerecht, zugänglich und vertrauenswürdig erlebt wird. In unseren von Einwanderung geprägten Stadtgesellschaften kommt Verwaltungen daher eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung eines gleichberechtigten Zusammenlebens zu.

Die öffentliche Verwaltung steht – wie die Gesellschaft insgesamt – vor der Aufgabe, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Um ihrer Verpflichtung zu gleichberechtigten Dienstleistungen für alle Bürger*innen gerecht zu werden, braucht es gezielte Werkzeuge und Kompetenzen. Ein prozessorientierter Kompetenzaufbau kann Städte und Gemeinden dabei unterstützen, ihre Rolle in der postmigrantischen Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten.

Das Projekt

[ Laufzeit: 2025–2028 ]

Das Modellprojekt „Kommunen für alle? – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen“ setzt genau hier an. Es unterstützt Kommunen dabei, ihre Verwaltungsstrukturen in Hinblick auf die Einwanderungsgesellschaft zu modernisieren und ihr Verwaltungshandeln hinsichtlich Vielfaltskompetenz mit einem Schwerpunkt auf Rassismus zu professionalisieren. So können Kommunen der Verpflichtung, gleichberechtigte Dienstleistungen für alle Bürger*innen zu erbringen, gerecht werden.

Zu Projektbeginn erfasste eine Bedarfserhebung bei Kommunen aus ganz Deutschland, welche Strukturimpulse notwendig sind, um Kommunalverwaltungen umfassend und praxisorientiert zu professionalisieren und rassismuskritische Strukturen und Prozesse (weiter-)zuentwickeln. 

Auf Basis dieser Bedarfserhebung werden Handlungsempfehlungen und Schulungsmodule erarbeitet, die in 16 Pilotkommunen pilotiert und dann standardisiert werden, so dass sie von Kommunen bundesweit genutzt werden. 

Expert*innengremium

Die Hauptaufgabe des Expert*innengremiums ist die Beratung hinsichtlich der Handlungsempfehlungen zu „Rassismus in kommunalem Verwaltungshandeln“. Die Erarbeitung und Einführung von Handlungsempfehlungen zu „Rassismus in kommunalem Verwaltungshandeln“ dienen künftig als praktisches Orientierungsinstrument für Verwaltungshandeln in der Einwanderungsgesellschaft, um Rassismen und Ungleichbehandlungen in den Routinen und standardisierten Abläufen besser zu erkennen und diesen gezielter entgegenzuwirken.

Das Expert*innengremium besteht aus einem gezielt ausgewählten, interdisziplinären Kreis an Expert*innen aus Wissenschaft, Verwaltungspraxis, Zivilgesellschaft und Antirassismusarbeit, die das Projekt über die gesamte Laufzeit (2026–2028) begleiten, um Qualität und Wirksamkeit sicherzustellen sowie neue Impulse in die Umsetzung einfließen zu lassen.

 

Mitglieder des Expert*innengremiums:

Susanne Steinbach

Arbeitsstab der Antirassismusbeauftragen der Bundesregierung

 

Dr. Harpreet Cholia

Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung, Frankfurt am Main 

 

Zeynep Pirayesh

Stellvertretende Amtsleitung Amt für Integration und Vielfalt, Bundesstadt Bonn

 

Andreas Amend

Antidiskriminierungsstelle der Stadt Jena

 

Danijel Cubelic

Amtsleitung Amt für Chancengleichheit, Stadt Heidelberg

 

Nathalie Schlenzka

Referatsleitung, Antidiskriminierungsstelle des Bundes

 

Eva Andrades

Gesamtleitung Fachstelle Antidiskriminierungsberatung, advd

 

Rima Hanano

Leitung CLAIM, Kooperationsverbund gegen Rassismus

 

Dr. Cihan Sinanoğlu

Leiter Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor, DeZIM

 

Christine Burmann

Beauftragte für Diskriminierungsfragen, Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg

 

Veronika Nahm

Anne Frank Zentrum e. V., Kooperationsverbund gegen Antisemitismus 

 

Fabian Stangier

Abteilungsleiter Vielfalt, Stadt Köln 

Das erste Gremiumstreffen fand am 10. November 2025 statt. 

Netzwerk von Mitarbeitenden mit Migrationsgeschichte

Kommunale Verwaltungen sind Orte gesellschaftlicher Vielfalt – zugleich erleben Mitarbeitende und Bürger*innen mit Migrationsgeschichte hier immer noch strukturelle Barrieren, Diskriminierung und mangelnde Repräsentation. Um dem aktiv zu begegnen, unterstützt ECCAR im Rahmen des Modellprojekts „Kommunen für alle? – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen“ den Aufbau und die Stärkung lokaler sowie überregionaler Netzwerke von Verwaltungsmitarbeitenden mit Migrationsgeschichte.

Ziel des Netzwerks

Das Netzwerk richtet sich an Mitarbeitende in kommunalen Verwaltungen, die eine Migrationsgeschichte haben und eigene Erfahrungen mit Rassismus oder Diskriminierung machen.

Repräsentationslücken in Verwaltungen sichtbar zu machen und abzubauen,
ein diskriminierungsfreieres Arbeitsumfeld zu fördern,
Mitarbeitende mit Migrationsgeschichte gezielt zu stärken und zu vernetzen,
Räume für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Empowerment zu schaffen sowie
gemeinsam politische und verwaltungsinterne Handlungsstrategien zu entwickeln.

Ein zentrales Anliegen ist es, Mitarbeitende mit Migrationsgeschichte nicht nur „mitzudenken“, sondern sie aktiv in Veränderungsprozesse einzubeziehen und ihre Perspektiven strukturell zu verankern.

Safer Spaces und Empowerment

Die Netzwerktreffen und Formate bieten bewusst Safer Spaces. Das sind geschützte Räume, in denen sich marginalisierte oder diskriminierte Personen austauschen, Erfahrungen teilen und gegenseitig stärken können – unabhängig von Funktion, Rolle oder Hierarchie innerhalb der Verwaltung.

Da absolute Sicherheit nie vollständig herstellbar ist, setzt ECCAR auf den Ansatz des Safer Space: Dieser erfordert kontinuierliche Reflexion von Strukturen und Prozessen sowie die Bereitschaft, diese aktiv zu verändern.

Vernetzung auf kommunaler und überregionaler Ebene

ECCAR begleitet Städte dabei, lokale Netzwerke von Mitarbeitenden mit Migrationsgeschichte aufzubauen und passende Empowerment-Formate zu entwickeln. Ergänzend dazu schafft das Projekt Räume für überregionale Vernetzung, um Wissen, Erfahrungen und Strategien zwischen Kommunen auszutauschen.

Das Netzwerk steht nicht ausschließlich ECCAR-Kontaktstellen offen, sondern ausdrücklich auch Mitarbeitenden aus kommunalen Verwaltungen, die bislang nicht formal eingebunden sind.

Netzwerktreffen von Mitarbeitenden mit Migrationsgeschichte

Am 18. und 19. November 2025 organisierte ECCAR in Heidelberg ein Netzwerktreffen für Mitarbeitende mit Migrationsgeschichte in der kommunalen Verwaltung. Über zwei Tage hinweg tauschten sich Verwaltungsmitarbeitende aus verschiedenen Kommunen zu rassismuskritischer Verwaltungspraxis, Leadership of Color, institutionellen Herausforderungen und politischen Handlungsmöglichkeiten aus. Workshops, moderierte Austauschformate und Vision Circles boten Raum für strategische Reflexion und nachhaltige Vernetzung.

Nächstes Netzwerktreffen findet am 21. Mai 2026 (digital)

Jetzt anmelden
 

Letztes Treffen: 18.–19.11.2025, Heidelberg

 

Hintergrund & Förderung

Das Projekt „Kommunen für alle? Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen“ wird von der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) angesiedelt beim Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg umgesetzt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Innovationsprojekt im Rahmen des Programms Demokratie leben! gefördert.

Die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) ist ein Netzwerk von über 180 Städten, das 2004 unter der Schirmherrschaft der UNESCO gegründet wurde. Ziel der Koalition ist es, Städte in ihrem Engagement gegen Rassismus zu unterstützen und den Schutz von Menschenrechten auf lokaler Ebene zu fördern. 

Projektbausteine

Rassismuskritische Professionalisierung

Die Professionalisierung der Verwaltung im Umgang mit Rassismus, um den Anforderungen einer Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden. Dazu gehören praxisnahe Schulungsmodule, die Verwaltungsmitarbeitende befähigen, rassismuskritisch zu handeln und diskriminierende Strukturen zu erkennen. Ziel ist es, Mitarbeitende zu stärken, damit Prozesse und Dienstleistungen fair gestaltet werden und alle Menschen gleichberechtigt Zugang und Teilhabe erhalten.

Rassismuskritische Professionalisierung

Die Professionalisierung der Verwaltung im Umgang mit Rassismus, um den Anforderungen einer Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden. Dazu gehören praxisnahe Schulungsmodule, die Verwaltungsmitarbeitende befähigen, rassismuskritisch zu handeln und diskriminierende Strukturen zu erkennen. Ziel ist es, Mitarbeitende zu stärken, damit Prozesse und Dienstleistungen fair gestaltet werden und alle Menschen gleichberechtigt Zugang und Teilhabe erhalten.

Rassismuskritische Professionalisierung

Die Professionalisierung der Verwaltung im Umgang mit Rassismus, um den Anforderungen einer Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden. Dazu gehören praxisnahe Schulungsmodule, die Verwaltungsmitarbeitende befähigen, rassismuskritisch zu handeln und diskriminierende Strukturen zu erkennen. Ziel ist es, Mitarbeitende zu stärken, damit Prozesse und Dienstleistungen fair gestaltet werden und alle Menschen gleichberechtigt Zugang und Teilhabe erhalten.

16 Pilot-kommunen

Stadt Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)
Bundesstadt Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hessen)
Stadt Fürth (Bayern)
Stadt Halle (Saale) (Sachsen -Anhalt)
Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen)
Stadt Heidelberg (Baden-Württemberg)
Magistrat der Kreisstadt Hofheim am Taunus (Hessen)
Stadt Jena (Thüringen)
Stadt Jülich (Nordrhein-Westfalen)
Stadt Leipzig (Sachsen)
Hansestadt Lübeck (Schleswig-Holstein)
Stadt Mannheim (Baden-Württemberg)
Stadt Monheim am Rhein (Nordrhein-Westfalen)
Stadt Offenbach am Main (Hessen)
Stadt Ratzeburg (Schleswig-Holstein)

[ Laufzeit 1. Kohorte: 1.11.2025 – 31.12.2028 ]

Mehrwert für Kommunen

Praxisnahe Schulungsmodule

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Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier:    Projektkonzept „Kommunen für alle“

Kontakt

Jasemin Seven
Projektleitung „Kommunen für alle? – Rassismuskritik
in kommunalen Verwaltungen“

Europäische Städtekoalition gegen Rassismus e. V.  (ECCAR e. V.)

Amt für Chancengleichheit, Stadt Heidelberg
Eppelheimer Straße 13, 69115 Heidelberg, Deutschland
Telefon: +49 6221 58-15519
E-Mail: office​eccar.info
Webseite: eccar.info↗